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Einschätzungsprozess und ggf. die Mitteilung an das Jugendamt konkret ablaufen
muss, ist unter anderem abhängig davon, ob die JaS-Fachkraft bei einem freien Trä-
ger oder beim Jugendamt angestellt ist und ob gewichtige Anhaltspunkte für eine
Kindeswohlgefährdung von der JaS-Fachkraft, der Klassenlehrerin, einer Fachlehre-
rin oder von anderem schulischen Personal wahrgenommen werden. An den Regio-
naltischen wurden anhand von verschiedenen Szenarien folgende beispielhafte
Fragen erörtert:
– Wie wird sichergestellt, dass Lehrkräfte und JaS-Fachkräfte gleichermaßen von
den jeweiligen Vorschriften Kenntnis haben?
– Sind alle JaS-Fachkräfte und Lehrkräfte ausreichend darüber informiert worden,
was gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung (sowohl bei Kin-
dern, aber auch bei Jugendlichen) sein können?
– Ist die jeweilige im Kinderschutz erfahrene Fachkraft, an die sich Lehrkräfte und
JaS-Fachkräfte zur Beratung bei Kindeswohlgefährdung wenden können, benannt
und bekannt?
– Sind die jeweiligen Verfahrensabläufe der Schule und der Kinder- und Jugend
hilfe geregelt und den JaS-Fachkräften, den Lehrkräften und dem anderen schuli
schen Personal bekannt?
Ziel der Veranstaltung war, Abstimmungsbedarfe zu erkennen und die bereits getrof-
fenen Kooperationsabsprachen zu konkretisieren und weiterzuentwickeln, so dass
die benachteiligten Kinder und Jugendlichen maßgeblich von den unterschiedlichen
Angeboten der Schule und der JaS profitieren können.
Die Rückmeldungen zur Veranstaltung waren von Seiten der anwesenden Kooperati-
onspartner positiv. Als hilfreich für die örtliche Kooperation wurde von den Teilneh-
menden rückgemeldet, dass durch die Impulse der Ministerien StMAS und StMBW,
der Regierung von Schwaben und des Bayerischen Landesjugendamtes Themen, die
längst hätten besprochen werden sollen, neu hervorgeholt wurden und die örtliche
Kooperationsbeziehung durch den gemeinsamen Tag deutlich gefördert wurde.
Veranstaltungen in allen Regierungsbezirken
In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Referentinnen und Referenten für Lehrerfort-
bildung in den Bezirksregierungen plant das Bayerische Landesjugendamt bayern-
weit in allen Regierungsbezirken entsprechende Kooperationsveranstaltungen
durchzuführen. Für das Jahr 2016 sind Veranstaltungen in der Oberpfalz, in Unter-
franken und in Niederbayern geplant. Auch dort muss jeweils eine Auswahl der Ziel-
gruppe getroffen werden, so dass nicht alle JaS-Einsatzorte eingeladen werden
können. Die Pilotveranstaltung in Schwaben hat jedoch gezeigt, dass der Impuls die-
ser regionalen Veranstaltung über die Jugendämter und freien Träger multipliziert
wird und somit auch Schulen und JaS-Träger des Regierungsbezirks, die nicht auf
der Veranstaltung waren, partizipieren konnten. Im nächsten Jahr werden voraus-
sichtlich Veranstaltungen in den Regierungsbezirken Oberbayern, Mittelfranken und
Oberfranken stattfinden.
Andrea Stötter
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BLJA Mitteilungsblatt 1/16