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chnittstelle oder Nahtstelle? – Kooperation der

Jugendhilfe mit den Systemen Arbeitsverwal-

tung, Schule und Gesundheit. Diesem Thema wid-

meten sich die Teilnehmer der 75. Gesamtbaye-

rischen Jugendamtsleitungstagung im malerisch ge-

legenen Tagungshaus in Lindau.

Die mit einer Rekord-Teilnehmerzahl von 120 Perso-

nen besuchte Tagung wurde vom Leiter des ZBFS–

Bayerisches Landesjugendamt, Hans Reinfelder, er-

öffnet. Die drei Systeme Arbeitsverwaltung, Schule

und Gesundheit verfolgen das gleiche Ziel, nämlich

Kindern und Jugendlichen in Bayern ein gutes Auf-

wachsen in der Gesellschaft zu ermöglichen. Den-

noch ist das Verhältnis zueinander teilweise schwie-

rig. Reinfelder führte die bereits bestehenden recht-

lichen Kooperationsvorgaben an und schloss mit

dem Aufruf, die gute Zusammenarbeit mit den an-

deren Systemen beherzt anzugehen und zum Wohl

der Kinder und Jugendlichen auch einmal „quer zu

denken“.

Claudia Flynn, Teamleiterin Recht im Bayerischen

Landesjugendamt, referierte über die geplanten we-

sentlichen Rechtsänderungen des SGB VIII und an-

derer Gesetze durch den Regierungsentwurf vom

12.04.2017 eines Kinder- und Jugend-Stärkungsge-

setzes (KJSG) und schlug dann den Bogen zu den

durch dieses Gesetz geplanten Erweiterungen der

Kooperationsvorschriften zwischen Jugendhilfe und

anderen in § 80 SGB VIII genannten Systemen und

Kooperationspartnern der Jugendhilfe.

Mit der Vorstellung von drei „Best-Practice-Bei-

spielen“ sollten Möglichkeiten gelingender Koope-

ration mit dem System Jugendhilfe aufgezeigt

werden:

Das Projekt „LeLeWok“ (Lern- und lebensweltorien-

tierte Klasse) ist eine Kooperation zwischen Schule

und Jugendhilfe in Trägerschaft der Diakonie am

Campus in Oberfranken. Es unterstützt Jugendliche,

die sich dem Schulbesuch oder dem Beitrag am Un-

02

T H EMA

G E S AMT BA Y E R I S C H E J UG E NDAMT S L E I T UNG S T AGUNG 0 8 . – 1 0 . MA I 2 0 1 7 I N L I NDAU

IM ZEICHEN DER KOOPERATION

terricht verweigern und einen erhöhten Förderbe-

darf im sozialen und emotionalen Bereich aufweisen.

(vgl.

http://tinyurl.com/y8r9fpxb

)

Zum anderen stellte sich das „Ausbildungsrestau-

rant Shelter’s“ vor. Hier arbeitet die Jugendhilfe

(Diakonie am Campus) mit dem System Arbeitsver-

waltung zusammen, um Jugendlichen mit besonde-

rem Förderbedarf eine außerbetriebliche Lehre im

Gastronomiebereich zu ermöglichen.

(vgl.

http://tinyurl.com/ybpt2e59

)

Für Kinder psychisch erkrankter Eltern bietet das

Projekt „GZSZ“ (Gute Zeiten Schlechte Zeiten) be-

gleitete Gruppen an. Unter der Trägerschaft des

Evangelischen Beratungszentrums Würzburg arbei-

ten die Landkreise Kitzingen, Main-Spessart, Würz-

burg und die Stadt Würzburg mit dem System des

Gesundheitsbereichs zusammen.

(vgl. http://tiny

url.com/y94w7xrg

)

Den zweiten Veranstaltungstag eröffnete Dr. Chris-

tian Lüders, Abteilungsleiter Jugend und Jugend-

hilfe im Deutschen Jugendinstitut München (DJI),

mit einer Darstellung der Ergebnisse des 15. Kinder-

und Jugendberichts, der im Frühjahr 2017 veröffent-

licht worden war. Das DJI war an der Erstellung des

Berichts maßgeblich beteiligt.

Anschließend wurden nochmals drei nachahmens-

werte Beispiele einer gelungenen Kooperation zwi-

schen Jugendhilfe und anderen Systemen präsen-

tiert:

Am Schulverweigerungsprojekt „Roven“ sind die

Don-Bosco-Berufsschule sowie die Kreisjugendäm-

ter Kitzingen, Main-Spessart, Würzburg und das

Stadtjugendamt Würzburg beteiligt. Das Projekt ist

ein Angebot für junge Menschen mit Lern- und Ver-

haltensproblemen mit dem Ziel, sie zu einem erfolg-

reichen Schulabschluss zu führen und den Einstieg

in den Ausbildungsmarkt zu erleichtern.

(vgl.

http://tinyurl.com/yco64se7

)

MITTEILUNGSBLATT

02-2017

S