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05

T H EMA

MITTEILUNGSBLATT

02-2017

Kooperation Kinder- und Jugendhilfe und

andere Systemen

Sowohl in der Kinder- und Jugendhilfe als auch in

anderen Systemen wie der Arbeitsverwaltung,

Schule und Gesundheit werden auch Kinder und Ju-

gendliche betreut, die in ihrer Teilhabe im sozialen

Umfeld (Familie, Freundeskreis, Schule) einge-

schränkt sind. Für eine gelingende Unterstützung

dieser Kinder und Jugendlichen werden nicht nur

die einzelnen Hilfesysteme benötigt, sondern auch

deren Kooperation. Bei vielen Gemeinsamkeiten

gibt es auch Probleme der Kooperation, weil sich

die Herangehensweisen z. B. des medizinischen Sys-

tems der Gesundheitshilfe von der sozialpädagogi-

schen Sichtweise unterscheidet. Die Kooperation

gelingt, wenn sich die Systeme gegenseitig achten

und die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten

kennen und akzeptieren. Hier einige Beispiele ge-

lungener Kooperationen:

Kooperation Jugendhilfe und Arbeitsverwaltung

Wenn wir gefragt werden, warum die Diakonie am Campus mit ihrer stationären Jugend-

hilfe und der Kombination von Ausbildung im Berufsbildungswerk so erfolgreich ist, gibt

es eine Antwort, die unsere Arbeit und Haltung gegenüber den uns anvertrauten jungen

Menschen am besten beschreibt:

Raum für Talente

. Drei Worte, die sagen: Wir glauben

an dich, deine Stärken und Ressourcen. Wir bieten dir den Raum, um diese zu entdecken

und zu festigen. Gemeinsam schaffen wir dauerhafte soziale und berufliche Integration in

die Arbeitswelt und unsere Gesellschaft.

Vanessa Martin, Einrichtungsleitung

Kooperation Jugendhilfe und Schule

ROVEN an der Don Bosco Berufsschule richtet sich an junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren, die

mit dem „Plan A“ der Schule nicht erreicht werden können. Als Schulleiter weiß ich, Schulverweigerer

sind Schüler; als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Jugendhilfe weiß ich, Schulverweigerer sind vor allem

junge Menschen. Die Beteiligten belassen es nicht bei der Klärung von Nichtzuständig-

keiten. Wenn junge Menschen aus dem System aussteigen, sich entkoppeln, ist für uns

die richtige Schlussfolgerung: „

Wir

haben ein Problem“ und „

Wir

gehen gemeinsam in

Verantwortung“. „Wir“, das sind die Jugend- und Schulämter in Würzburg, Kitzingen

und Main-Spessart, und wir arbeiten gemeinsam mit den notwendigen Fähigkeiten und

Ressourcen am „Plan B“.

http://www.dbs-wuerzburg.de/beratung/schulverweigerung---roven

Schulleiter Dr. Harald Ebert

Kooperation Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitshilfe

In der Kinder- und Jugendreha steht das kranke bzw. im Alltag beeinträchtigte Kind im Mittelpunkt. Sie ist

ein wichtiger Bestandteil in der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chroni-

schen Erkrankungen und psychischen Auffälligkeiten. Denn entsprechende

Gesundheitsprobleme wirken sich meist auf das soziale Umfeld, das Leis-

tungsvermögen in der Schule / Ausbildung und das Selbstwertgefühl der

jungen Patienten aus. Betroffene Kinder und Jugendliche brauchen des-

halb frühzeitig individuell abgestimmte Reha-Maßnahmen. So werden die

Lebensqualität gesteigert, Folgeschäden vermieden und die besten Vo-

raussetzungen für einen Schul- bzw. Ausbildungsabschluss geschaffen.

Alwin Baumann, Klinikleiter Kliniken für Kinder und Jugendliche, und Dr. Nora Volmer-Bertele, Chefärztin