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04

T H EMA

MITTEILUNGSBLATT

04-2017

„Familien im Fernsehen und Ich im Netz“ – Der Titel

des zweistündigen Workshops für Kinder, Jugendliche

und Erzieher war zum einen eine Anspielung auf die

Fernsehsendung „Familien im Brennpunkt“, um wel-

che es im ersten Teil des Workshops ging, während

sich der zweite Teil mit den sozialen Medien beschäf-

tigte. Ziel war es, die quotenstarken „Scripted Reality“-

Formate, also Pseudo-Doku-Sendungen, die Kinder

und Familien in den Mittelpunkt ihrer Handlungen stel-

len, kritisch zu durchleuchten: Dabei wurden folgende

Fragen diskutiert: Wie werden diese Sendungen produ-

ziert? Welche filmischen Stilmittel werden angewen-

det, um zu suggerieren, dass es sich um eine Doku-

mentation handelt? Was macht die Faszination der For-

mate für Kinder und Jugendliche aus? Warum ist das

problematisch? Um den dramaturgischen Aufbau einer

Folge und den Einsatz von stereotypen Figuren zu ver-

stehen, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

selbst in die Rolle von Drehbuchautoren schlüpfen und

sich den Handlungsverlauf einer Folge ausdenken.

Im zweiten Teil des Workshops ging es um soziale

„ FAMI L I EN IM F ERNSEHEN UND I CH

IM NE T Z “

Netzwerke. Hier konnten die Teilnehmerinnen und Teil-

nehmer ihre eigenen Netzaktivitäten kritisch reflektie-

ren. Zuerst wurden alle Netzwerke, in denen die

Kinder, Jugendlichen und Erzieher sich tagtäglich be-

wegen, benannt und von ihnen ausführlich beschrie-

ben. In der Gruppe diskutierten sie die Vor- aber auch

die Nachteile von Netzwerken wie Facebook, Instagram

oder Snapchat unter den Stichworten Identitätsbil-

dung, Kreativität und Selbstdarstellung, aber auch ver-

zerrte Körperbilder und Cybermobbing. Ein wichtiger

Punkt war dabei das Thema Datenschutz. Hier ging es

insbesondere darum, die Teilnehmerinnen und Teil-

nehmer darüber aufzuklären, warum Datenschutz

immer wichtiger wird und ihnen einfache Tipps an die

Hand zu geben, wie sie ihre eigenen Daten schützen

können.

Am Workshop nahmen elf Kinder und Jugendliche teil.

Sie ließen sich begeistert auf das Thema ein und tru-

gen durch ihre Ideen und Beiträge zum Gelingen des

Workshops bei.

Christine Bulla

I P S H E I M 2 0 1 7 , WO R K S HO P ME D I E N

1. Einleitung

In Bayern wurde im Jahr 2012 mit Beschluss des Lan-

desjugendhilfeausschusses die Gründung eines Lan-

desheimrates (LHR) vereinbart. Aufbau und Aufgaben-

profil des bayerischen LHR orientieren sich an dem in

Hessen bereits in den 70er Jahren gegründeten Selbst-

vertretungsgremium von Jugendlichen in Heimen. Der

LHR Bayern existiert formal seit 2013 als Gremium, das

ERGEBN I SSE E I NER BE FRAGUNG

ZUM S TAND DER BE T E I L I GUNG

UND DES LANDESHE IMRAT ES

sich für die Wahrnehmung der Rechte von Kindern, Ju-

gendlichen und jungen Volljährigen in Einrichtungen

der stationären Kinder- und Jugendhilfe in Bayern ein-

setzt. Er trägt zur Umsetzung der Rechte junger Men-

schen in stationären Einrichtungen bei und will darü-

ber hinaus durch den Aufbau von Beteiligungsstruktu-

ren auf eine gelebte Beteiligung in Heimen und Ju-

gendwohngruppen hinwirken. Letztlich will sich das

Gremium zu Anliegen und Entwicklungen in der statio-

B E T E I L I GUNG V ON K I ND E RN UND J UG E ND L I C H E N I N BA Y E R I S C H E N H E I ME N