"Die Atmosphäre um uns herum war extrem menschenfeindlich."
Steckbrief
Klaus Hirschvogel
Name: Klaus Hirschvogel
Heimunterbringung: Als Kleinkind in einem Säuglingsheim und in den 1960er und 1970er Jahren in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe untergebracht.
Persönliches Anliegen: Intensive gesellschaftliche Aufklärung über die Thematik beginnend bei den Kindern von heute. Sie sind es nämlich, die darüber entscheiden werden, in welcher Welt wir in Zukunft leben möchten.
Porträt in Worten und Bildern
Alle Zitate stammen von Klaus Hirschvogel.
"Aus Erzählungen war dies eine typische Haltung von mir. Nur dasitzen und "bocken" und sich vom Umfeld abschotten. Heute weiß ich, dass diese Haltung von mir als Selbstschutz diente, denn die Atmosphäre um uns herum war extrem menschenfeindlich.“
"Ich habe keine Erinnerung aus der Zeit im Säuglingsheim, sieht aus wie eine "Säuglingsklinik". Die Vorstellung, in einem solchen kinderfeindlichen Umfeld zweieinhalb Jahre gelebt zu haben, ist erschütternd und erklärt so manches Trauma, das mich heute noch begleitet."
"Sehr spartanisch eingerichtet, dafür konnten viele Kinder auf engstem Raum untergebracht werden. Die Planer und Betreiber des 1960 gebauten Kinderheimes sahen nur den wirtschaftlichen Betrieb im Vordergrund, nicht die Kinder."
"Wir Heimkinder wurden als Statisten für die Imagepflege der Bundeswehr benutzt. Im Militärbus wurden wir zur Kaserne nach Penzing gebracht und im Offiziersheim kam dann der Nikolaus. Hier musste ich ein Gedicht auswendig lernen und aufsagen. Ich kann mich deshalb so gut erinnern, weil ich ewig dafür gebraucht habe. Freiwillig habe ich es nicht gemacht. Die Ordensfrauen hatten aber genügend Druckmittel, mir das Heimleben noch schwerer zu machen."
Hier geht es zum Erfahrungsbericht von Peter Blickle.